Ich will da ganz ehrlich sein mit euch. Als ich gehört hab, dass das Ganze ursprünglich einmal in der Nähe von Yellowstone gedacht war, war ich eher vorsichtig. Ich wollte keine weitere Serie, die nur vom bekannten Namen lebt. Und genau deshalb war ich fast erleichtert, als ich gemerkt habe, dass The Madison auf eigenen Beinen steht.

Taylor Sheridan bleibt sich zwar treu. Sein (nicht mehr ganz so geheimes) Rezept. Große Stars, viel ländlicher Raum, diese fast schon feierliche Ernsthaftigkeit. Aber hier geht es nicht um Machtspielchen oder um das nächste laute Drama. Es geht um Verlust. Um eine Familie, die nach einem Flugzeugabsturz irgendwie weiteratmen muss. Michelle Pfeiffer trägt das mit so viel Ruhe, dass es fast weh tut. Kurt Russell ist spürbar da, obwohl die Serie oft eher aus der Erinnerung mit ihm arbeitet.

Was mich besonders erwischt hat. Diese Serie will nicht cool sein. Sie will ehrlich sein. Nicht immer perfekt, manche Figuren bekommen zu wenig Raum und sechs Folgen sind fast schon frech kurz. Aber genau dieses leise, menschliche Erzählen fand ich überraschend stark. Vielleicht sogar Sheridans reifstes Werk bis jetzt. Das stinkt auch nach einem Golden Globe. Wird mit der Serie dann fast schon überfällig. Oder ich war einfach in der richtigen Stimmung, kann auch sein.

Und ist es nicht genau das, was eine gute Serie schafft, dass man sich selbst ein bissl darin wiederfindet?