Ich gebe ja gerne zu, ich habe bei neuen Marvel Sachen zuletzt oft skeptisch auf Play gedrückt.

Bei The Punisher One Last Kill war das anders, aber nicht völlig. Frank Castle ist kein Held, bei dem ich gemütlich mein Chips Sackerl aufmache und denke, passt schon, wird sicher lustig. Der Mann kommt hier kaputt daher, fast leer, als hätte ihm jemand den letzten Sinn aus der Brust gerissen. Gerade die Szenen rund um das Grab seiner Tochter haben mich unerwartet erwischt. Da ist nichts Glänzendes, nichts Cooles, nur Schmerz, und Jon Bernthal spielt das so arg körperlich, dass man fast wegschauen will.

Was mir taugt, ist die Kürze. Rund 50 Minuten, keine aufgeblasene Streaming Wurst, kein künstliches Herumziehen. Eine Idee, dreckig verpackt, fertig. Little Sicily wirkt wie ein Eck in New York, wo sogar der Gehsteig schlecht gelaunt ist. Gangster, Ladenbesitzer, ein Hundemoment mit John Wick Vibes, und dann Ma Gnucci, angeschlagen, aber eiskalt. Ihre Rache auf Frank loszulassen, hat genau die simple, böse Energie, die so eine Geschichte braucht.

Die Action ist brutal, ja, manchmal fast zu gierig. Aber sie hat Wucht. Viel Nahkampf, Messer, enge Räume, diese Kamera, die nicht feig wegschneidet. Ein paar Schnitte weniger hätten sich vielleicht besser ausgegangen, aber ehrlich, ich hab mehr Qualität bekommen als erwartet.

Am meisten blieb mir Karen Page im Kopf. Diese Unsicherheit, ob Frank sie wirklich sieht oder nur zerbricht, macht das Special größer als nur Blut und Knochen. Am Ende hatte ich das Gefühl, Frank ist zurück. Nicht gesund, nicht erlöst, aber gefährlich lebendig. Und genau das wollte ich sehen.